Glossar


Fachbegriffe kurz und bündig definiert

Sie können das Glossar über das Suchfeld und das Stichwortalphabet durchsuchen.

@ | A | Ä | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | Ö | P | Q | R | S | T | U | Ü | V | W | X | Y | Z | Alle

Seite:  1  2  3  4  (Weiter)
Alle

3

3-K Orientierung

Die 3-K Orientierung bezieht sich auf die für das Lernen und die Leistungsbeurteilung wesentlichen Bereiche Kompetenzen – Komplexitätsgrad – Kriterien. 


A

Aufgabe

Aufgaben sind der Ausgangspunkt für die Unterrichtsarbeit. Eine Aufgabe verlangt ein Sich-Einlassen auf Inhalte und Fertigkeiten, sie führt zu einem Produkt, das einen Raster/eine Skala benötigt, um die Leistungen von Schülerinnen/Schülern einzuschätzen. Im Gegensatz dazu stehen Aktivitäten, um spezifische Inhalte und Fertigkeiten zu üben (z.B. richtig/falsch Aufgaben, Lückentexte, …).


Weiterlesen zum Thema Aufgaben - Aufgabenkultur


Aufgabenkultur

Aufgabenkultur und Lernkultur sind untrennbar miteinander verbunden. Lernaufgaben ermöglichen kompetenzbezogenes Unterrichten, Prüfungsaufgaben ermöglichen kompetenzbezogene Leistungsfeststellung im Unterricht als Lernerfolgskontrolle.


Weiterlesen zum Thema Aufgaben - Aufgabenkultur

Authentisch (im Kontext von Aufgaben)

Eine authentische Aufgabe 

  • ist „situiert“ und glaubwürdig, d.h. sie geht von einer Situation aus, in der sich die Schüler/innen in ihrem Leben irgendwann einmal wiederfinden könnten. 

  • definiert die Rolle, in der die Schüler/innen beim Lösen der Aufgabe agieren und verlangt von ihnen eine Handlung, die relevant für die Kompetenz ist, die durch das Lösen der Aufgabe demonstriert und berurteilt werden soll.

  • formuliert ein konkretes Ziel, das durch die Handlung erreicht werden soll.


Weiterlesen zum Thema Aufgaben - Aufgabenkultur

B

Bereitschaft

Bereitschaft bezieht sich auf das Wissen, die Fähigkeiten & Fertigkeiten, Erkenntnisse, Konzepte & Strategien, die die Lernenden mit sich bringen. Je nach Inhalten, Aufgaben & Lernprodukten, brauchen die Lernenden mehr oder weniger Unterstützung bzw. Herausforderung, um die Lernziele zu erreichen.


Beurteilung

  • Leistungsfeststellung = ein Vorgang des Messens
  • Leistungsbeurteilung = ein Vorgang des Bewertens der gemessenen Leistungen entsprechend einer Notenskala
  • Zugleich scheint „Leistungsbeurteilung“ in der LBVO auch als Oberbegriff für den gesamten Prozess des Prüfens und Beurteilens in der Schule verwendet zu werden.

Leistungsbeurteilung umfasst 3 Praxen:

  • Formative Beurteilung = Informationsfeststellung
  • Summative Beurteilung = Leistungsfeststellung & Leistungsbeurteilung
  • Ermittlung Gesamtnote = Übersetzung der Leistungsergebnisse in eine Ziffernote

Weiterlesen zum Thema Leistungsbeurteilung

Beurteilungsraster (siehe Skala)

Ist ein wesentliches Element der Beurteilungspraxis. Erwartungen und Anforderungen werden hier klar und transparent formuliert. Schülerinnen und Schülern dient der Raster auch als Orientierung, da sie die Qualität ihrer Leistungen anhand der definierten Kriterien selbstständig beurteilen können. Die Entwicklung von Rastern trägt zur Unterrichtsqualität bei, da der Unterricht damit auf das Wesentliche und auf Kompetenzen ausgerichtet wird. Raster können eigenständig in Lehrerteams entwickelt werden.

 

Weiterlesen zum Thema Beurteilungsraster

C

Curriculum

ein klares Curriculum definiert die Lernziele in Form von 

* Wissenszielen 

* Verstehenszielen 

* Tun Können Zielen.


D

Differenzierung

Differenzierung ist das Erkennen von Differenzen in einer Lerngemeinschaft, das zu einer Berücksichtigung der Unterschiedlichkeiten der Lernenden durch eine entsprechende Unterrichtsgestaltung führt.


Weiterlesen zum Thema Differenzierung


Differenzierungsmodell

Das Differenzierungsmodell der Differenzierungsexpertin Carol Ann Tomlinson ist ein heuristisches Instrument für Überlegungen, die zu einem wirksamen Unterricht hinsichtlich der Lernergebnisse der Schüler/innen führen.


Weiterlesen zum Thema Differenzierung


Diversität

Jede/r ist anders anders! Der gemeinsame Nenner ist die Unterschiedlichkeit, die durch Individualität erzeugt wird. Diversität gehört zum Inklusionsdiskurs: In der Pluralität steckt Potential, das ausgeschöpft werden kann und soll.

Für die Schule bedeutet dies, die Anerkennung von Unterschieden, aber auch den Blick dafür, welche Differenzen Schule und Unterricht produziert und welche nicht.

Weiterlesen zum Thema Diversität

E

Exklusion

Exklusion bedeutet nicht nur von bestimmten Bildungswegen ausgeschlossen zu sein. Ausschluss bezieht sich auch auf Strukturen, Mechanismen und Praxen, innerhalb des Systems, die diskriminieren und benachteiligen und so den Schulerfolg der Schüler/innen reduzieren.


G

Gruppierung

Flexible Gruppierung heißt, die Gruppierungen im Unterricht immer nach Bedarf zu gestalten und ein Mix aus Einzel- und Gruppenaufgaben und Frontalunterricht sinnvoll einsetzen, um dem Bedarf der Lernenden gerecht zu werden. 

Gruppen sollen je nach Bedarf heterogen oder homogen gestaltet werden und Gruppierungssysteme sollen keine unterschwellige Botschaft von „besser“ oder „schlechter“ kommunizieren. 

Gruppen werden nicht auf Dauer gebildet, sondern an die Erfordernisse einer Aufgabe angepasst .


H

Handlungsorientierung

Lern- und Leistungsaufgaben erzeugen Handlungssituationen, in denen Kompetenz aufgebaut, gezeigt und beurteilt wird. Die Lernenden verstehen sich als Handelnden und sind im Tun, um ihre Kompetenz weiter zu entwickeln. Gelungenes und Misslungenes wird im Bezug zum Ziel reflektiert. Die Bedeutung von Übungsaufgaben im reproduktiven Bereich ist klar: Sie fokussieren auf Wissen und Können, die für komplexe Aufgaben notwendig sind, und werden gezielt eingesetzt.

I

Inklusion

Integration ermöglicht Teilhabe, Inklusion vermeidet Ausschluss. Das Konzept der Inklusion wird zumeist als eine optimierte und qualitativ erweiterte Integration verstanden, die das gesamte Bildungssystem und alle Kinder und Jugendlichen mit ihren jeweiligen pädagogischen Bedürfnissen einbezieht. In einer inklusiven Schule wird Vielfalt nicht als Hindernis, sondern als Chance gesehen.

 


Interesse

Interesse 

Interessen sind Themen und Arbeitsformen, die die Lernenden interessant und spannend finden.


K

Kompetenz

Kompetenzorientierung ist das Fundament des Lehrplans 2000, der Bildungsstandards und des Lerndesigns. Der Lehrplan übernimmt die Definition von Kompetenz nach Franz Weinert: Kompetenz ist das Zusammenspiel von Wissen, Können und persönlichen Dispositionen.

Weiterlesen zum Thema Kompetenz

Komplexität

Komplexität als Fachbegriff im Schulwesen bezieht sich auf kognitiven Anspruch:

  • Die Art und Komplexität des Denkens, die von Schüler/innen verlangt wird, um eine Aufgabe erfolgreich zu lösen.
  • Die Art und Weise wie Schüler/innen sich mit den Inhalten auseinandersetzen

 

Weiterlesen zum Thema Komplexität


Kriterien

Kriterien sind Maßstäbe für Einschätzung der Qualität von Schülerleistungen. Kompetenzorientierte Aufgaben brauchen im Normalfall drei bis vier Kriterien, um die Leistung und deren Qualität messen zu können.


Weiterlesen zum Thema Kriterien


L

Leistungsfeststellung

Leistungsfeststellung ist ein Vorgang des Messens, es ist KEINE Bewertung in Form einer Note. Aufgezeichnet wird das Ergebnis („score“), nicht eine Note.

Leistungsfeststellungen im Rahmen geregelter Leistungsbeurteilungsformen wie mündliche Prüfungen oder Schularbeiten müssen auch benotet werden (s. LBVO). Diese Benotung (Bewertung) erfolgt, nachdem die Leistung festgestellt wurde.


 Weiterlesen zum Thema Leistungsbeurteilung


Lerndesign

Lerndesign ist eine Kompetenz, ein Prozess und Produkt. Lehrpersonen konkretisieren und übersetzen die fachlichen Inhalte des Lehrplans für ihre Schüler/innen (Kompetenz) und entwickeln ausgehend von den zu erreichenden Lernzielen (vom Ende her) Kernideen, Beurteilungsaufgaben und Kriterien (Prozess), wodurch letztendlich ein 1-2 seitiges Produkt entsteht. Dieses Produkt wiederum ist die Grundlage für weitere methodisch-didaktischer Entscheidungen über Lehr- und Lernprozesse (Materialien, Lehrwerke, formative Leistungsfeststellungen, …)


Weiterlesen zum Thema Lerndesign


Lernen

Lernen ist für lebendige Wesen Grundvoraussetzung dafür, sich an die Umwelt anpassen zu können und die Umwelt verändern zu können. Die Ergebnisse von Lernprozessen sind nicht immer eindeutig messbar.

Viele wissenschaftliche Disziplinen befassen sich mit dem Lernbegriff. Hier finden Sie Impulse und Zitate zum Lernbegriff aus pädagogischer Sicht.


Lerninhalt

Lerninhalt 

Lerninhalte sind das, was die Lernenden lernen sollen: Informationen, Konzepte, Fertigkeiten, die von dem Lehrplan grob vorgegeben und durch Lerndesignprozesse konkretisiert werden.


Lernprodukt

Lernprodukte sind die Aufgaben, die den Lernenden ermöglichen sollen, ihr Wissen, Verstehen und Können zu demonstrieren.


Lernprofil

Lernprofile geben Informationen darüber, wie die Lernenden am besten individuell lernen. Lernprofilsysteme sind z.B. VAK (visuell, auditiv, kinästhetisch), Multiple Intelligences, und andere Lernstilanalysen.


Lernprozess

Lernprozesse sind die Abläufe, die durch Aufgaben und Übungen gestaltet werden, um sich die Lerninhalte anzueignen. Sie sind die „Didaktisierung“ von Lerninhalten.


Lernseitigkeit

Lernseitigkeit ist der Musterwechsel von „Ich habe gelehrt“ zu „Meine Schüler/innen haben gelernt“. Wie wird der Lernprozess in Gang gesetzt? Was passiert während des Prozesses? Wie kann Lernen in Gang gehalten werden? Und was bringt Lernen zur Vollendung?

John Holt (2009) hat das prekäre Verhältnis zwischen „Lehren“ und „Lernen“ besonders prägnant formuliert:

„Ich kann in 4 bis 7 Worten zusammenfassen, was ich als Lehrer letztendlich lernte:
Die 7-Wort Variante ist: Lernen ist nicht das Produkt von Lehren. Die 4-Wort Variante ist: Lehren erzeugt kein Lernen. Lerner erzeugen Lernen. Lerner erschaffen Lernen.“


Lernstandsbeobachtung

Kontinuierliche Lernstandsbeobachtung gelingt durch die Wachsamkeit der Lehrperson, die das Geschehen im Unterricht immer im Auge hat, die Lerninhalte und Prozesse kontinuierlich anpasst, und Gruppen und Individuen während der Lernphasen unterstützt.


Lernumfeld

Lernumfeld umfasst die Atmosphäre, Gruppendynamik und Beziehungen zwischen den individuellen Lernenden und der Lehrperson und unter den Lernenden in der Lerngemeinschaft.


Lernziel

Ist klar definiert und bleibt im Verlauf der Lehr- und Lernprozesse unverändert. Legt fest, was die Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung mit den Lernthemen der einzelnen Fächer verstehen, wissen und tun können. Im Zeitalter der Kompetenzorientierung sind diese Ziele messbar, den Rahmen bilden die Lehrpläne und die Bildungsstandards. Die Fachexpertise der Lehrperson konkretisiert und definiert die Kompetenzen entsprechend der jeweiligen Schulstufe.

N

Normen

Die Reflexion des eigenen Leistungsbeurteilungsalltags fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, in welchem Ausmaß Individualnorm, Sozialnorm und Sachnorm eine Rolle spielen.

  • Individualnorm (personenbezogen/Lernfortschritt)

  • Sozialnorm (gruppenorientiert/Normalverteilung)

  • Sachnorm (kriterienorientiert/absoluter Maßstab)

Weiterlesen 3 Normen

R

Respektvolle Aufgaben

Respektvolle Aufgaben sind diejenigen, die interessant, relevant und spannend für die Lernenden sind. Sie werden personalisiert, um Lerninhalte und Aufgaben mit den Interessen der Lernenden zu verknüpfen, um sie herauszufordern aber nicht zu überfordern, und um die Relevanz des Lernthemas zu sichern.


S

Skala (siehe Beurteilungsraster)

Eine Skala (z.B. die 4.0 Skala) beschreibt Leistungen anhand von Kriterien auf unterschiedlichen Qualitätsstufen. Dreh- und Angelpunkt der Skala ist die Beschreibung jener Leistung, zu der alle Schüler/innen befähigt werden sollen, also dem Zielbild.


Strategie

Der Grund für mangelnden Fortschritt liegt oft in inadäquaten Strategien (Ericsson et al., 1993).

Eine systematisch informierte Strategie bedeutet…

  • Systematisch: Es gibt ein konsequentes, methodisches Vorgehen.

  • Informiert: Entscheidungen werden auf Basis von Informationen über den Lernstand der Schüler/innen im Bezug zu den Zielen getroffen.

  • Strategie: geplante (aber nicht fixierte) Vorgehensweisen, damit jede/r die Lernziele erreicht



T

Teacher Leadership

Teacher Leader führen inner- und außerhalb der Klasse; das umfasst sämtliche Maßnahmen, die Lehren und Lernen verbessern. Sie pflegen eine Kultur, in der Lehrpersonen im kollegialen Dialog stehen, Ideen, Wissen und Techniken austauschen, sich an gemeinschaftlichen Problemlösungen rund um die Klasse beteiligen und ihre Praxis in Teams weiterentwickeln.

Weiterlesen zum Thema Teacher Leadership

Teamteaching

Teamteaching ist eine Form der Unterrichtsorganisation, die Lehrende und die ihnen zugeteilten Schülerinnen und Schüler einbezieht; zwei oder mehrere Lehrende tragen die Verantwortung für den gesamten oder einen beträchtlichen Teil des Unterrichts derselben Schülergruppe und arbeiten zusammen.“ (Shaplin J., Team Teaching, Versuch einer Definition. In: Dechert H-W. (Hrsg.), : Team Teaching in der Schule. Piper: München 1972., S. 30)


Weiterlesen zum Thema Teamteaching


V

Verstehensorientierung

Ohne Verstehen gibt es kein nachhaltiges Lernen. Wissen meint Informationen, die abrufbar sein sollen. Verstehen meint das Begreifen, damit die Person in der Lage ist, in neuen Situationen (noch wirksamer) zu handeln. Verstehen ist ein lebenslang relevantes Kontinuum.

Verstehenswabe

W

Webb Modell

Webbs Modell ist eine Antwort darauf, wie man den Anspruch von kompetenzorientierten Lehrplanforderungen einschätzt und in Folge geeignete Aufgaben auswählt bzw. erstellt. Das daraus entstandene Werkzeug für die Einschätzung von Komplexität nennt sich „Depth of Knowledge“ („Tiefe des Wissens“) und ist in vier Bereiche gegliedert.


Weiterlesen zum Thema Webb Modell



Seite:  1  2  3  4  (Weiter)
Alle