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Mitarbeit

(Last edited: Tuesday, 19 December 2017, 11:43 AM)

Die Beurteilung von Mitarbeit ist problematisch, weil die Rechtslage und Praxis auseinander klaffen. Siehe dazu (s. Eder et al,  https://www.bifie.at/buch/1024/b/6, Nationaler Bildungsbericht 2009).

Mitarbeit im Sinne der Leistungsbeurteilungsverordnung meint eigentlich unterrichtsbegleitende Leistungsfeststellungen. Das heißt, Lehrkräfte dürfen und sollen Schüler/innen bei Bestleistungen in Situationen frei vom Prüfungsstress "erwischen". Die unterrichtsbegleitende Feststellungen haben sogar Vorrang als Grundlage für die Gesamtbeurteilung.

Details, Werkzeuge und Strategien dazu finden Sie in der PPT-Datei zur Mitarbeitsfeststellung!


Lerndesignarbeit

(Last edited: Thursday, 21 December 2017, 9:43 AM)

Unterlagen für Lerndesignarbeit: Werkstätte zum Lerndesign, zur Differenzierung und zur kriterialen Leistungsbeurteilung.

Westfall-Greiter, T. & Schlichtherle, B. (2016) Werkstätte Lerndesignarbeit. Zentrum für lernende Schulen.

Rückwärtiges Lerndesign - Video

(Last edited: Wednesday, 3 January 2018, 11:43 AM)

Rückwärtiges Lerndesign, 2011

Screenshot



Auszug aus Aufnahmen von BildungsTV beim 1. Regionalen Lernatelier der G4 West
in St. Johann im Pongau, 19. -20. Oktober 2011

Tanja Westfall-Greiter, Bundeszentrum für lernende Schulen - NMS- Entwicklungsbegleitung,
gibt einen Überblick über die inhaltliche Arbeit der Unterrichtsentwicklung der Neuen Mittelschule im pädagogischen Bereich Rückwärtiges Lerndesign.

Dauer: 26 Minuten

Beim Rückwärtigen Lerndesign geht es um die Bestimmung und Konkretisierung des WAS des Lernens, was wiederum eine wichtige Voraussetzung für das WIE des Lernens ist.

Das Prinzip des rückwärtigen, vom Ende her denkenden Gestaltungsansatzes, ist eine Erkenntnis aus dem Zeitalter der Kompetenzorientierung. Die Unterrichtsplanung erfolgt rückwärts von Lernzielen und authentischen Aufgaben, die auf das Wesentliche eines Lernbereiches in einem Fach fokussieren.

Authentische Aufgaben versetzen Schülerinnen und Schüler in die Lage, ihre fachliche Kompetenz zeigen und somit sichtbar machen zu können.
Authentische Aufgabe sind in einem Lebenskontext „situiert“, d.h., direkt vom Leben abgeleitet, orientiert an einem Handlungsziel, plausibel und glaubwürdig in dem Sinn, dass es für Schülerinnen und Schüler vorstellbar ist, dass sie in ihrem Leben mit einer solchen Situation konfrontiert werden könnten.

In diesem Beitrag werden auch Lernziele kritisch unter die Lupe genommen. Tanja Westfall-Greiter erwähnt Grant Wiggins, für den Ziele über das bloße „Kennenlernen“ von Inhalten und die Aneignung von Fähigkeiten hinausgehen.

Ziele müssen immer zum Ausdruck bringen, warum sich Schülerinnen und Schüler bestimmte Fertigkeiten aneignen sollen, welcher Sinn hinter dieser Fertigkeit, liegt.

Beim Rückwärtigen Lerndesignwerden die langfristigen Ziele mitgedacht, damit das, was im Unterricht geschieht, Relevanz für die Schülerinnen und Schüler bekommt, damit sie Anschluss finden können.


Flexible Differenzierung - Video

(Last edited: Wednesday, 3 January 2018, 12:21 PM)

Auszug aus Aufnahmen von Bildungs TV beim 1. Regionalen Lernatelier der G4 West
in St. Johann im Pongau, 19. - 20. Oktober 2011

Tanja Westfall-Greiter, Bundeszentrum für lernende Schulen, begründet die Sinnhaftigkeit und den "Mehrwert" der Flexiblen Differenzierung.

Dauer: 15 Minuten

In der Praxis wird häufig das jeweilige Lehrwerk als geheimer Lehrplan verwendet.

Die Differenzierungsexpertin Carol Ann Tomlinson, auf deren Differenzierungsmodell die Unterrichtsentwicklungsarbeit der Neuen Mittelschule aufbaut, geht davon aus, dass Lehrerinnen und Lehrer ohne ein starkes Curriculum im Sinne von klaren Lerninhalten keine Chance haben, in ihrem und durch ihren Unterricht hohe Qualität zu erreichen.

"Ohne starke Inhalte können wir unsere „Zirkusshow“ abhalten und unterhaltsam sein, aber wir werden auf der Output-Seite nicht viel erreichen."

Der Flexiblen Differenzierung liegt das Prinzip der Chancengerechtigkeit zugrunde, die nicht erreicht werden kann, wenn Gerechtigkeit mit Gleichbehandlung verwechselt wird.

Flexible Differenzierung bietet eine Möglichkeit, proaktiv zu handeln. Der Unterricht wird rückwärts vom großen Ziel gestaltet, um im Unterricht flexibel zu agieren und Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zum Ziel bestmöglich unterstützen zu können.

Dafür braucht es Klarheit darüber, was die Schülerinnen und Schüler mit sich bringen und was der Kontrolle der Lehrerinnen und Lehrer unterliegt.

Flexible Differenzierung - Unterrichtsfaktoren

(Last edited: Wednesday, 3 January 2018, 12:28 PM)

Auszug aus Aufnahmen von BildungsTV beim 1. Regionalen Lernatelier der G4 West
in St. Johann im Pongau, 19. - 20. Oktober 2011

Tanja Westfall-Greiter, Bundeszentrum für lernende Schulen, sensibilisiert für den Diskursbereich Tempo und Geschwindigkeit.

Dauer: 14 Minuten

Die Mittelschule hat den Auftrag, Kinder und Jugendliche zu bilden, ihre Denkfähigkeit zu entwickeln.

Lernen und Denken brauchen Zeit. Warum wird in unseren Schulen Langsamkeit oft mit Schwäche gleichgesetzt und nicht als Zeichen von Überlegtheit gesehen? Warum stehen Schülerinnen unter Schüler unter einem permanenten Zeitdruck? Fordert die Wirtschaft wirklich in erster Linie Menschen, die schnell sind?

Lehrpersonen haben nicht unter Kontrolle, was die Schülerinnen und Schüler in ihren ganz persönlichen und somit einzigartigen "Rucksäcken" mitbringen, sehr wohl können sie aber Lerninhalte, Lernprozesse, Lernprodukte und das Lernumfeld bestimmen, um erfolgversprechende Strategien für bestimmte Klassen und bestimmte Unterrichtsthemen zu entwickeln.


3-K Orientierung

(Last edited: Wednesday, 17 January 2018, 9:24 AM)

3-K Orientierung

Das Ziel in der Leistungsbeurteilung ist eine Orientierung an Kompetenzen, Komplexitätsgrad und Kriterien, die sogenannte „3-K Orientierung“. Die rechtliche Grundlage diesbezüglich gilt für das gesamte Schulwesen. Es gibt folgende Ansprüche an Lehrkräfte für die curriculare-inhaltliche Entwicklung, Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen sowie Leistungsbeurteilung:

  • Kompetenzen und Kriterien werden im Einklang mit dem jeweiligen (Fach-)Lehrplan und den Bildungsstandards im Vorfeld des Unterrichts nach dem Prinzip „vom Ende her“ festgelegt.
  • Die Lernzielformulierungen stellen ein Kompetenzbild dar, was am Ende beurteilt wird.
  • Kriteriengestützte Beurteilung bedeutet, dass relevante Kriterien im Einklang mit den Kriterien für die Bildungsstandards festgelegt und in Qualitätsstufen in einem Beurteilungsraster konkretisiert werden.
  • Ein Spektrum vom Komplexitätsgrad entsprechend den Lernzielen der Schulstufe wird in allen Lehr- und Lernaktivitäten für alle gesichert.
  • Transparenz wird durch Verständigungsprozesse über Lernziele in Verbindung mit Kriterien und Qualitätserwartungen entsprechend der Schulstufe gesichert, damit alle Beteiligten Lern- und Lehrprozesse zielgerecht steuern können.

Orientierung an Kompetenzen, Komplexität und Kriterien führt zur wirksamen Beurteilungspraxis.

Aufzeichnungsmethoden

(Last edited: Wednesday, 17 January 2018, 10:09 AM)

Wie sollen Aufzeichnungen über einen gesamten Benotungszeitraum hinweg aussehen, damit einerseits am Ende ehrlich, fair und gerecht beurteilt werden kann und andererseits auch Schüler/innen jederzeit über ihren Leistungsstand und ihre Kompetenzentwicklung Bescheid wissen?

Aufzeichnungen, die einige Ziffern, Plus, Minus oder Smileys enthalten sind wenig aussagekräftig und eine schwache Grundlage für eine Beurteilung. Gute Aufzeichnungen hingegen sind vergleichbar in Form und Anforderungen, sie lassen eine klare Trennung von Kompetenzen erkennen und sie machen Kompetenzentwicklung sichtbar. Kompetenzdiagramme und Aufzeichnungstabellen entsprechen diesen Forderungen.

Kompetenzdiagramme:

Die Leistungen in einer bestimmten Kompetenz werden fortlaufend in ein Diagramm eingetragen, das auf einer Achse den Bewertungszeitraum enthält (Monat, Datum, …) und auf der anderen Achse die zu erreichenden Qualitätsstufen der Leistung darstellt (Zielbild, über dem Zielbild, Zielbild teilweise erreicht, …). Verbindet man diese punktuellen Aufzeichnungen mit einer Linie, erhalten sowohl die Lehrperson, als auch die Lernenden einen klaren Überblick über die jeweilige Leistungsentwicklung.

 

 

Aufzeichnungstabellen:

Während Kompetenzdiagramme die Entwicklung in einer bestimmten Kompetenz darstellen, kann in Aufzeichnungstabellen die Leistungsentwicklung in allen Kompetenzbereichen eines Unterrichtsfaches festgehalten werden. Um vergleichbare, transparente Ergebnisse zu erhalten, ist es auch hier wichtig, den Zeitpunkt und die erreichten Qualitätsstufen im Bewertungszeitraum aufzuzeichnen. 

Klare Anforderungen und aktuelle Informationen zur Leistungsentwicklung (wie Kompetenzdiagramme sie bieten) haben in Kombination eine signifikante Wirkung auf die Lernergebnisse der Schüler/innen (Marzano, 2009).

 

Literatur

Marzano, R. (2009). „When Students Track Their Progress“. Educational Leadership, 67/4, Online abrufbar: www.ascd.org/publications/educational-leadership/dec09/vol67/num04/When-Students-Track-Their-Progress.aspx

 


Messen und Beurteilen sind zwei unterschiedliche Vorgänge

(Last edited: Wednesday, 17 January 2018, 10:13 AM)

“We need to let students into the secret, allowing them to become insiders of the assessment process. We need to make provision for them to become members of the guild of people who can make consistently sound judgments and know why those judgments are justifiable.” (Royce Sadler, University of Queensland)

Wie aber kommen gut fundierte Beurteilungen/Gutachten zustande und wie werden sie gerecht und fair?

Kernideen zu Beurteilung:

  • Das Beurteilen von Sachverhalten entspricht einem Gutachten, ist eine Kompetenz und verlangt Expertise.
  • Fair ist, wenn jede/r Klarheit über Erwartungen und Ziele hat.
  • Kriterien lenken den Blick und geben Orientierung.
  • Innere und äußere Maßstäbe können sich widersprechen.
  • Maßstäbe steuern Zielsetzungen.
  • Begutachtungsverfahren sind komplexe Prozesse.

Die Leistungsbeurteilung umfasst drei Praxen:

  • Formative Beurteilung = Informationsfeststellung, aus der die Lehrperson Informationen zur Planung des Unterrichts gewinnt
  • Summative Beurteilung = Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
  • Ermittlung der Gesamtnote = Übersetzen der Leistungsergebnisse in eine Ziffernnote

Ergebnisse und Ziffernnote:

Während die Leistungsfeststellung den Vorgang des Messens beschreibt, wird bei der Beurteilung eine Art Gutachten über die erbrachte Leistung erstellt. Im Laufe eines Schuljahres werden verschiedene Messwerte (Ergebnisse) aufgezeichnet, aus denen letztendlich eine Ziffernnote gebildet wird. Diese wiederum stellt eine qualitative Aussage über die Leistung dar (vgl. LBVO, §14.) Um die Transparenz und Vergleichbarkeit der Beurteilung sicherzustellen, braucht es Kriterien (Maßstäbe, nach denen die Leistung beurteilt wird), Beurteilungsraster (Beschreibung der Leistung auf unterschiedlichen Qualitätsniveaus) und eine Entscheidungsgrundlage, aufgrund derer aus den einzelnen Messwerten eine Ziffernnote gebildet wird.

 

Literatur

Sadler, R. (1998). Letting students into the secret: Further steps in making criteria and standards work to improve learning. Paper, Annual Conference for State Review Panels and District Review Panel Chairs, July 1998.


Rückmeldekultur

(Last edited: Wednesday, 17 January 2018, 11:40 AM)

Die lernförderliche Rückmeldekultur bündelt drei aus den Top 10 Faktoren, die Hattie (2011) in seiner Rangliste als besonders effektiv identifiziert: Selbsteinschätzung der Schüler/innen (1), formative Evaluation des Unterrichts (3) und Feedback (10). Besonders die formative Evaluation ist ausführlich beforscht, wird aber leider sehr wenig im Unterricht genutzt (Neuweg, 2009).

Eine wirksame Rückmeldung führt also zu besseren Lernergebnissen, aber nicht jede Form der Rückmeldung wirkt gleich gut. Vier verschiedene Formen können unterschieden werden: Lob, Rat, Feedback und Response.

Lob und Rat sind häufig gut gemeint, aber kaum wirksam und gelegentlich sogar kontraproduktiv. Lob („Gut gemacht!“) kann beschämend wirken, wenn die gelobte Person denkt, dass sie es eigentlich nicht verdient hat. Rat („Du sollst mehr üben!“) ist ähnlich problematisch, da er meist sehr unspezifisch ist und entnervend wirken kann. Wer bereits viel übt, kann mit diesem Rat nichts anfangen. Lob und Rat sind darüber hinaus personenbezogen und mit Zuschreibungen und (Vor)Urteilen verknüpft.

Feedback und Response sind dagegen leistungsbezogen. Feedback zeigt auf, welche konkreten Schritte unternommen werden können, um die Leistung zu verbessern und welche Lernwege effektiver sind („Wenn du diese Teilbewegung übst, wirst du weiter springen können.“ „Du hast ziemlich schnell gesprochen, darum war es schwer zu verstehen. Probiere diesen Absatz langsamer zu sprechen, übertreib dabei!“). Response ist die subjektive Reaktion auf eine Leistung und hilft dabei, die eigene Wirkung auf andere zu sehen. Die Botschaft wird dabei meist in der Ich-Form formuliert „Ich bin begeistert, das war schön anzuschauen!“ „Ich habe mich ziemlich anstrengen müssen, um zu folgen. Das Tempo hat mich gestresst!“).  

Wirksame Rückmeldung ist zielorientiert (Was ist das Ziel?), handlungsorientiert (Was kann ich tun, um das Ziel zu erreichen?), prozessbezogen (Welche Strategien sind hilfreich? Welcher Fortschritt wird sichtbar?) und ergebnisbezogen (Wo stehe ich? Was ist noch zu tun?) (Hattie, 2011).

Auch eine förderliche Rückmeldekultur braucht klare Ziele, damit der Lernweg festgelegt werden kann und klare Kriterien (Maßstäbe), damit die Leistung entsprechend eingeschätzt werden kann und weitere effektive Schritte festgelegt werden können.

Literatur

Hattie, J. (2011). Visible Learning: Maximizing Impact on Learning. London: Routledge.

Neuweg, G.H. (2009). Schulische Leistungsbeurteilung: Rechtliche Grundlagen und pädagogische Hilfestellungen für die Schulpraxis. 4. Auflage. Linz: Trauner Verlag.

Westfall-Greiter, T. (2013). ZLS-Jahresschwerpunkt „Förderliche Rückmeldekultur“. 5 Minuten für..., 19 (2013). https://www.lernende-schulen.at/mod/forum/discuss.php?d=23

 


Rückmeldung

(Last edited: Thursday, 18 January 2018, 9:43 AM)

"Förderliche Rückmeldekultur" von Tanja Westfall-Greiter

Weiterführende Literatur



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