Flexible Differenzierung - Werkzeuge

(Last edited: Tuesday, 6 February 2018, 7:52 PM)

Um als Lehrperson flexibel differenzieren zu können, bedarf es neben dem theoretischen Wissen um die Zielabsicht auch Werkzeuge, die einem dabei im Alltag unterstützen. Flexible Differenzierung ist mehr als nur der Einsatz unterschiedlicher Methoden – aber Methoden (Werkzeuge) helfen beim flexiblen Differenzieren!

Praktische Herangehensweise an das Thema „flexible Differenzierung“

Carol Ann Tomlinson führt in ihrem Modell zur flexiblen Differenzierung unterschiedlichen Ebenen (Ressourcen der Lernenden, Unterrichtsfaktoren und allgemeinen Prinzipen) an, bei denen es anzusetzen gilt, wenn man flexible differenzieren möchte. Dieses Modell wurde in seiner Theorie bereits erläutert, um jedoch auch praktisch damit arbeiten zu können, gibt es Methoden bzw. wie wir es hier  nennen möchten, Werkzeuge. Eine Auswahl dieser, angeordnet nach den unterschiedlichen Ebenen, sollen in weiterer Folge vorgestellt werden. Werkzeuge und Methoden sind immer dann erfolgreich, wenn man sich mit diesen identifizieren kann bzw. Authentizität bei der Anwendung sichtbar wird. Exemplarisch  

Konkrete Werkzeuge

Ebene „Ressourcen der Lernenden“

Ja/Nein Kärtchen

Die Lernziele (Verstehen/Wissen/Können) zum aktuellen Thema werden präsentiert. Jede Schülerin/jeder Schüler erhält ein Kärtchen, beschriftet dieses mit „Ja! Das weiß ich/kann ich“ auf einer Seite und mit „Nein!- Keine Ahnung!“ auf der anderen Seite. Nach jeder Aussage zu V/W/T wird die zutreffende Antwort hochgehalten.

Ebene „Unterrichtsfaktoren“

Um im Unterricht flexibel handeln, sich mitunter zur Unterstützung von Schülerinnen/Schülern frei spielen zu können und die verbleibende Zeit von jenen Schülerinnen/Schülern, die ihre Aufgaben bereits bestmöglich erfüllt haben, sinnvoll zu nützen, können sogenannte „Anker-Aktivitäten “ hilfreich sein. Dabei geht es nicht um einen „Zeitfüller“, sondern um Aufgaben, die themenbezogen sind, sich auf die Dimensionen des Lernens (Verstehen/Wissen/Können/Person/Gruppe) beziehen und nach Inhalt/Interesse/Lernprofile/Lernprozesse differenziert sein können.

Ebene „allgemeine Prinzipien“ – Ein Beispiel zu Lernstandsbeobachtung

In einem differenzierten Klassenzimmer werden die Schüler/innen zur täglichen/wöchentlichen Evaluation ihres Lernfortschritts und ihres persönlichkeitsbildendes Wachstums (Arbeitsverhalten/Soziales, etc.) ermutigt. Ein effizientes Instrument dazu ist das Lernzonenkärtchen, auf welchem die Schüler/innen selbstständig eintragen, wie sie für sich die gestellten Aufgaben einschätzen: zu leicht, genau richtig, zu schwer. Diese Rückmeldung hilft wiederum der Lehrperson mit den Schülerinnen/Schülern weiter zu arbeiten.

 

Literatur

Tomlinson, C. A. (1999). The Differentiated Classroom. Responding to the Needs of All Learners. Alexandria, VA USA: ASCD.

 

 

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