Authentische Aufgaben

(Last edited: Wednesday, 7 November 2018, 6:49 PM)

Die Leser/innen werden erfahren, wie authentische komplexe Aufgaben gestaltet werden, damit sie auf lange Sicht in der Lage sind, Schüler/innen in eine Situation zu versetzen, in der sie handeln müssen und wollen.

Unterricht braucht authentische Aufgaben, die einen klaren Bezug zu den Lernzielen haben, das Zielbild sichtbar (und damit beurteilbar) machen und echtes Handeln erfordern. Diese  Aufgaben ermöglichen Schülerinnen/Schülern ihre Kompetenzen sichtbar zu machen und weiter zu entwickeln. Sie sind zentraler Bestandteil jedes Lerndesigns und orientieren sich an den Kompetenzmodellen (vgl. BIFIE).

Weitere wichtige Merkmale authentischer Aufgaben:

  • Sie sind anspruchsvoll, „situiert“ und glaubwürdig, d.h. sie gehen von einer Situation, einem realen Kontext aus, in der sich die Schüler/innen in ihrem Leben irgendwann einmal wiederfinden könnten.
  • Sie schaffen durch unterschiedliche Ausdrucksformen entsprechend der Bereitschaft/ Interessen/Lernprofile der Schüler/innen Zugang für alle.
  • Sie sind klar, d.h. sie enthalten transparente Erwartungen, verständliche Anweisungen und definieren die Rolle, in der die Schüler/innen beim Lösen der Aufgabe agieren und verlangen von ihnen eine Handlung, die relevant für die Kompetenz ist, die durch das Lösen der Aufgabe demonstriert wird.
  • Sie sind beurteilbar, d.h. es gibt einen Raster mit klaren, gleichwertigen und verlässlichen Kriterien, anhand derer die Lehrperson den Schülerinnen/Schülern Rückmeldung geben kann.

Erst wenn den Schülerinnen/Schülern die Situation, ihre Rolle, die Kriterien und das Ziel klar sind, können sie handeln. 

Das tägliche Leben ist komplex. Damit unsere Schüler/innen im Alltag handlungsfähig sind, sollten sie im Schulalltag regelmäßig und selbstverständlich mit komplexen Aufgaben konfrontiert werden.

Bisherige Schulentwicklungsprozesse zeigen, dass es für Lehrpersonen nicht einfach ist, authentische Aufgaben zu formulieren, da dies in der bisherigen Praxis nicht üblich war.

Im School Walkthrough ist die Zielsetzung für eine gute Aufgabenkultur anhand von zwei Bausteinen beschrieben:

Kohärenz & Relevanz: Das Angebot von Lern- und Leistungsaufgaben ist im Einklang mit den Lernzielen. Aufgaben werden systematisch nach dem Webb-Modell analysiert bzw. erstellt. Der Fokus liegt auf Aufgaben, die dem Komplexitätsgrad der Anforderungen entsprechen. Lehrkräfte kompensieren mangelhafte Angebote im Lehrwerk.

Spektrum an Komplexität: Alle Lernenden setzen sich mit Aufgaben des gesamten Komplexitätsspektrums auseinander, wobei Aufgaben entsprechend dem Komplexitätsgrad im Zielbild erste Priorität haben. Zeit zu Denken wird im Unterricht geschaffen; auf Tempo wird bei komplexen Aufgaben wenig Wert gelegt.

 

Literatur

Hattie, J. (2011). Visible Learning for Teachers. Maximizing impact on learning. London, New York: Routledge.

Wiggins, G. & McTighe, J. (2005). Understanding by Design, Expanded, 2nd edition. New Jersey: Pearson Merrill Prentice Hall.

BIFIE (https://www.bifie.at/node/49)

SchoolWalkthrough/Aufgabenkultur http://www.nmsvernetzung.at/mod/page/view.php?id=6332#viertens 

5mf … Aufgabenkultur Nr.39

link: file:///C:/Users/Mitarbeiter/Desktop/5MF%20Aufgabenkultur.pdf

5mf … Sinnstiftende Lernaufgaben Oder: Vom Sinn und Un-Sinn einer Aufgabenstellung link:

Webb – Modell:  https://www.lernende-schulen.at/mod/glossary/view.php?id=12&mode=entry&hook=69

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