Lernen

Lernen ist für lebendige Wesen Grundvoraussetzung dafür, sich an die Umwelt anpassen zu können und die Umwelt verändern zu können. Die Ergebnisse von Lernprozessen sind nicht immer eindeutig messbar.

Der bildungswissenschaftliche Lernbegriff umfasst verschiedene Dimensionen. Die offensichtlichste ist die Inhaltsdimension. Durch das Lernen eignet man sich neue Lerninhalte, also Fertigkeiten oder Kenntnisse, an. In der Auseinandersetzung mit der Umwelt macht jeder abhängig von den eigenen Interessen neue Erfahrungen. Das dadurch erworbene Wissen führt zu einem Transformationsprozess, was auch ein Um- oder Verlernen bedeuten kann. Lernen wird als ganzheitlicher Prozess verstanden, der immer in eine soziale Praxis eingelagert. Lernen ist ein lebensbegleitendes Phänomen und es bezieht sich nicht nur auf das Lernen in Institutionen. Wir lernen bei der Ausübung unserer Hobbys, bei einer Reifenpanne, bei einer Wanderung, beim Backen oder Kochen. Die Zahl der Beispiele ist unendlich. Lernen findet immer und überall statt.
 
 Lernen ist ein Akt der Erkenntnis zwischen Erfahrung und Begreifen. Es geht beim Lernen darum, durch Erfahrung interne, in sich drehende Kreisläufe des Denkens zu öffnen und das Neue zuzulassen. In den Routinen menschlicher Aktivitäten könnten so Lücken aufbrechen, woraus Widerstände hervordrängen. So kann Neues entstehen. Angestoßen wird Lernen durch Probleme, Irritationen, Diskrepanzen oder Krisen, welche die Reflexion dieser Erfahrungen provozieren und das Denken verändern. Lernen ist eine kognitiv-emotional-motorische Einheit. Impulse zum Lernen rufen immer auch Emotionen hervor. Lernanlässe ergeben sich so aus der Motivation, Probleme zu lösen, aus dem Wunsch, mehr zu wissen und zu können oder aus Bedürfnissen, die man befriedigen will (vgl. Stangl, 2021).
 
 
Stangl, W. (2021). Stichwort: 'Lernen – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
 WWW: https://lexikon.stangl.eu/551/lernen (2021-04-23)

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