Sunday, 5 December 2021, 3:35 PM
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Pädagogische Diagnostik

Pädagogische Diagnostik zählt zu den Kernkompetenzen der Lehrenden. Als einflussreichste Kraft im Lehr-Lernprozess müssen Lehrpersonen wahrnehmen, was Lernende denken, wissen und darüber hinaus, wie jede/r Einzelne am wirkungsvollsten lernt. Der Begriff „Diagnostik“ umfasst alle Tätigkeiten, die die Voraussetzungen und Bedingungen für erfolgreiche Lehr- und Lernprozesse eines Lernenden ermitteln. Darüber hinaus werden Lernprozesse analysiert und es wird ihre Wirksamkeit, die sich im Lernergebnis niederschlägt, festgestellt. Ziel der Diagnostik ist es, den individuellen Lernprozess zu optimieren.

Ausgehend von einer pädagogischen Diagnose werden individuelle Lernstrategien oder individuelle Fördermaßnahmen entwickelt (vgl. Paradies et al, 2009, S. 64).

Die Prozessdiagnostik erfolgt lernbegleitend und zielt darauf ab, bessere Lernergebnisse zu erreichen. Im Zuge einer formativen Evaluation werden die Lernwege und Lehr-Lerninteraktionen zum Analysegegenstand und deren lernförderliche Umsetzung aus Sicht der Lehrenden sowie der Lernenden (dialogisch) hinterfragt.

Bei der Individualdiagnostik handelt es sich einerseits um eine Evaluation von Zuständen (Statusdiagnostik), die punktuelle Informationen zum jeweiligen Wissens- und Lernstand des Lernenden, zu seiner Lernmotivation oder zur Selbsteinschätzung seiner Fähigkeiten und Ziele liefert. Sie ermöglicht auch eine Prognose darüber, welche Entwicklungen zu erwarten sind.

Personalisierung

Personalisierung bezeichnet die Grundkategorie von Erziehung und Bildung des einzelnen Menschen, die über Prozesse des personalisierbaren Lernens wirksam wird. Lernen ist das Persönlichste auf der Welt, weshalb die Urheberschaft für das Lernen und die Steuerung der Lernprozesse für die persönliche Entwicklung bei der einzelnen Person liegt.

Der Unterschied zwischen Personalisierung und Individualisierung liegt in dieser Urheberschaft: Während die Lehrperson bei der Individualisierung Lerninhalte und Lernprozesse für das Kind maßgeschneidert vorbereitet und anbietet (der Individualisierungsbegriff enthält auch ein pädagogisches Plädoyer, jedes Kind wahrzunehmen und anzuerkennen), wird Personalisierung unweigerlich vom Kind gemacht. Je offener und differenzfähiger der Unterricht, desto höher wird die Personalisierbarkeit.

Professionelle Lerngemeinschaft

Im Mittelpunkt dieses Teamformats steht der Austausch über das Lernen der Schüler*innen am Beispiel eigener Unterrichtsbeispiele. Die Rolle der Teilnehmenden ist dabei äußerst aktiv. Die Treffen finden mehrmals im Jahr statt und können nur schulintern oder schulübergreifend stattfinden. Das Format bietet sich auch dafür an Expertinnen und Experten zu einem bestimmten Entwicklungsthema einzuladen, um neue Impulse zu erhalten.