Saturday, 16 October 2021, 12:00 PM
Site: National Competence Center für Lernende Schulen
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Glossary: Glossar
K

Kollaboration

Kollaboration findet sich in den Wirtschaftswissenschaften als Bezeichnung für eine spezifische Form der Kooperation, bei der zum Erreichen eines gemeinsamen übergeordneten Ziels die Aufgaben gemeinsam (und nicht arbeitsteilig) durch die Teilnehmer*innen einer Gruppe bearbeitet werden.


Kompetenz

Kompetenzorientierung ist das Fundament des Lehrplans 2000, der Bildungsstandards und des Lerndesigns. Der Lehrplan übernimmt die Definition von Kompetenz nach Franz Weinert: Kompetenz ist das Zusammenspiel von Wissen, Können und persönlichen Dispositionen.

Komplexität

Komplexität als Fachbegriff im Schulwesen bezieht sich auf kognitiven Anspruch:

  • Die Art und Komplexität des Denkens, die von Schüler/innen verlangt wird, um eine Aufgabe erfolgreich zu lösen.
  • Die Art und Weise wie Schüler/innen sich mit den Inhalten auseinandersetzen


Kooperation

Kooperation definiert eine Systemeigenschaft mit der Fähigkeit Probleme gemeinsam zu lösen und Entscheidungen, die auf gemeinsamen Werten und Zielen basieren, im Konsens zu treffen. Esslinger (2002, S. 62) versteht unter Kooperation „die Zusammenarbeit von zwei oder mehr Personen, welche mit dem Ziel initiiert und durchgeführt wird, die Effektivität der Arbeit und die Zufriedenheit bei der Arbeit zu steigern.“ Kooperation setzt hierbei eine gemeinsame Zielperspektive voraus.

Koordination

Koordination ist eine Form der Zusammenarbeit, bei der die Verfahrens- und Organisationsabläufe, wie z.B. die Aufteilung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, im Vordergrund stehen und zwar mit der Zielsetzung, die Arbeitsorganisation und -prozesse zu optimieren (vgl. van Santen & Seckinger, 2003, S. 29)

Kriterien

Kriterien sind Maßstäbe zur Einschätzung der Qualität von Schüler*innenleistungen. Sie sind das Maß nach dem wir auch im Alltag beurteilen, auswählen, vergleichen. Kriterien helfen uns somit die subjektive Frage „Was ist gut?“ zu konkretisieren und zu beantworten.

Kompetenzorientierte Aufgaben brauchen im Normalfall drei bis vier fachspezifische Kriterien, um die Leistung und deren Qualität messen zu können. Die ausgewählten Kriterien sollen dabei gleichwertig sein und im Einklang mit den Anforderungen der Schulstufe stehen.


L

Leistung

(im schulischen Kontext)

Es gibt keine eindeutige bzw. keine allgemein gültige Definition was unter Leistung im schulischen Kontext gemeint ist.

Leistung ist ein von der Schule gefordertes und von der Schülerin/vom Schüler zu erbringendes Ergebnis ihrer/seiner Lerntätigkeit und der Vollzug dessen. (vgl. Klafki, 2007, S. 228; vgl. Winter, 2004, S. 142)

Zentrales Merkmal von schulischer Leistung ist es, dass sowohl Lehrende als auch Lernende immer wieder zu Lernprodukten und Lernprozessen Stellung nehmen. Dadurch wird das Lernen der Schüler*innen bestmöglich unterstützt. Begleitende Maßnahmen sind pädagogische Diagnostik, flexible Differenzierung und Förder- und Forderkonzepte.

Leistungsfeststellung

Leistungsfeststellung ist ein Vorgang des Messens, es ist KEINE Bewertung in Form einer Note. Aufgezeichnet wird das Ergebnis („score“), nicht eine Note.

Leistungsfeststellungen im Rahmen geregelter Leistungsbeurteilungsformen wie mündliche Prüfungen oder Schularbeiten müssen auch benotet werden (s. LBVO). Diese Benotung (Bewertung) erfolgt, nachdem die Leistung festgestellt wurde.

Bei der Leistungsbeurteilung (Überbegriff) handelt es sich um einen mehrphasigen Prozess, nämlich die Leistungsfeststellung und die Leistungsbewertung/-beurteilung. Um einen vollständigen Leistungsbeurteilungsprozess abzuwickeln, müssen Lehrpersonen also

  1. eine Schüler*innenleistung messen (Leistungsfeststellung),

  2. das Ergebnis dieser Messung anschließend auf eine Norm beziehen und bewerten (Leistungsbewertung),

  3. und schließlich müssen sie diese Bewertung noch in eine Schulnote übersetzen (Leistungsbeurteilung).

Lerndesign

Lerndesign ist eine Kompetenz, ein Prozess und Produkt. Lehrpersonen konkretisieren und übersetzen die fachlichen Inhalte des Lehrplans für ihre Schüler*innen (Kompetenz) und entwickeln ausgehend von den zu erreichenden Lernzielen (vom Ende her) Kernideen, Beurteilungsaufgaben und Kriterien (Prozess), wodurch letztendlich ein 1-2 seitiges Produkt entsteht. Dieses Produkt wiederum ist die Grundlage für weitere methodisch-didaktischer Entscheidungen über Lehr- und Lernprozesse (Materialien, Lehrwerke, formative Leistungsfeststellungen, …)

Lernen

Lernen ist für lebendige Wesen Grundvoraussetzung dafür, sich an die Umwelt anpassen zu können und die Umwelt verändern zu können. Die Ergebnisse von Lernprozessen sind nicht immer eindeutig messbar.

Der bildungswissenschaftliche Lernbegriff umfasst verschiedene Dimensionen. Die offensichtlichste ist die Inhaltsdimension. Durch das Lernen eignet man sich neue Lerninhalte, also Fertigkeiten oder Kenntnisse, an. In der Auseinandersetzung mit der Umwelt macht jeder abhängig von den eigenen Interessen neue Erfahrungen. Das dadurch erworbene Wissen führt zu einem Transformationsprozess, was auch ein Um- oder Verlernen bedeuten kann. Lernen wird als ganzheitlicher Prozess verstanden, der immer in eine soziale Praxis eingelagert. Lernen ist ein lebensbegleitendes Phänomen und es bezieht sich nicht nur auf das Lernen in Institutionen. Wir lernen bei der Ausübung unserer Hobbys, bei einer Reifenpanne, bei einer Wanderung, beim Backen oder Kochen. Die Zahl der Beispiele ist unendlich. Lernen findet immer und überall statt.
 
 Lernen ist ein Akt der Erkenntnis zwischen Erfahrung und Begreifen. Es geht beim Lernen darum, durch Erfahrung interne, in sich drehende Kreisläufe des Denkens zu öffnen und das Neue zuzulassen. In den Routinen menschlicher Aktivitäten könnten so Lücken aufbrechen, woraus Widerstände hervordrängen. So kann Neues entstehen. Angestoßen wird Lernen durch Probleme, Irritationen, Diskrepanzen oder Krisen, welche die Reflexion dieser Erfahrungen provozieren und das Denken verändern. Lernen ist eine kognitiv-emotional-motorische Einheit. Impulse zum Lernen rufen immer auch Emotionen hervor. Lernanlässe ergeben sich so aus der Motivation, Probleme zu lösen, aus dem Wunsch, mehr zu wissen und zu können oder aus Bedürfnissen, die man befriedigen will (vgl. Stangl, 2021).
 
 
Stangl, W. (2021). Stichwort: 'Lernen – Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
 WWW: https://lexikon.stangl.eu/551/lernen (2021-04-23)