Themenraum Diversität

1. Reindenken

1.1 Diversität und Differenz in der Schule

In Anbetracht komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen und der damit in Verbindung stehenden fortschreitenden Ausdifferenzierung von gesellschaftlicher Wirklichkeit, kommt dem schulischen Umgang mit menschlicher Vielfalt in allen ihren Dimensionen eine neue Bedeutung zu.

Den Schulen wird bei diesem Wandel in der Gesellschaft eine ganz besondere Verantwortung zuteil. In ihnen kommen täglich Kinder und Jugendliche und Erwachsene mit den unterschiedlichsten Hintergründen, Einstellungen und Persönlichkeiten zusammen. Sie treten miteinander in intensiver und prägender Weise in Beziehung und lernen miteinander und voneinander.

Um mit dieser Ausgangssituation und den sich daraus ergebenden Chancen effizient umgehen zu können, ist ein umfassendes Verständnis für einen nachhaltigen Umgang mit Diversität und Differenz auf allen Ebenen von Schule unerlässlich. Zeitgemäße Schulentwicklungsprozesse können nicht mehr ohne Miteinbeziehung dieser Tatsachen gedacht werden.

Eine diversitätskompetente Schule verlangt nach Konzepten von Erziehung und Bildung, die neben gerechten und diskriminierungsfreien Lern-, Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten für alle Schüler/innen auch einen Unterricht im Blick haben, der im sozialen Raum stets die Erziehung zu einem emphatisch-respektvollen und toleranten Miteinander anstrebt. Die Anerkennung von individuellen Stärken, Fähigkeiten und Fortschritten steht dabei im Zentrum.

Das Autonomiepaket bietet den Schulen die Möglichkeit, pädagogische, organisatorische und personelle Freiräume an den Standorten neu zu entwickeln und verschiedene pädagogische Denkansätze sinnvoll miteinander zu verbinden. Ein zielführender Umgang mit Diversität und Differenz an Schulen braucht genau das: Die Möglichkeit dialektische Denkansätze zuzulassen und davon ausgehend für den jeweiligen Schulstandort passende Lösungen zu entwickeln.

Anspruch dieses Themenraumes ist es, den handelnden Personen an Schulen zeitgemäße Impulse und Ansätze für eine diversitätsbewusste pädagogische Theorie und Praxis darzulegen. Er möchte dazu einladen, die Prioritäten der schulischen Kernaufgaben am eigenen Standort neu zu interpretieren und zu gewichten.

Dieser Beitrag wurde in der Überzeugung geschrieben, dass Schulen gesellschaftlichen Wandel mitgestalten und trotz aller Herausforderungen „Change Agents“ sein können, indem sie sich klar positionieren und dadurch aktiv an der Gestaltung eines positiven gesellschaftlichen Wandels beteiligen.