Themenraum Lerndesign

2 Warum ist das relevant?

2.2 Aus der Forschung

Warum diese Mühe um klare Ziele und Erfolgskriterien im Vorfeld der Unterrichtsplanung? Die Schulwirksamkeitsforschung zeigt, dass diese Klarheit zu besseren Lernergebnissen führt. Lerndesign als Prozess für die inhaltliche Entwicklung des Unterrichts nach dem Prinzip „vom Ende her“ ist laut Hattie (2012, S. 93; deutsche Übersetzung 2014) ein zentrales Merkmal wirksamen Unterrichts. Lernen (und somit Lehren) beginnt mit „backward design“:

Learning starts with ‚backward design‘ – rather than starting from the textbooks or favoured lessons and time-honoured activities. Learning starts with the teacher (and preferably also the student) knowing the desired results (expressed as success criteria related to learning intentions) and then working backwards to where the student starts the lesson(s) – both in terms of his or her prior knowledge and where he or she is in the learning process. The purpose is to reduce the gap between where the student starts and the success criteria.

Dass Erfolgskriterien im Bezug zu klaren Zielen zu besseren Lernergebnissen führen, ist nicht überraschend. Die Schulwirksamkeitsforschung schafft aber Belege für diese These, und macht deutlich, dass wirksame Lehrpersonen nicht nur vermitteln, sondern stets Informationen über die Lücke zwischen dem Zielbild und dem aktuellen Lernstand der Schülerinnen und Schüler ermitteln, um wirksames Feedback zu geben und informierte Entscheidungen über die nächsten Schritte im Unterricht zu treffen. Dies ist auch Voraussetzung dafür, Differenzierung strategisch, zielförderlich und effizient anzugehen. Eine solche systematische Vorgehensweise schont auch die Lehrperson, die sonst dem Anspruch ausgeliefert ist, nach dem Gießkannenprinzip möglichst viel zu machen, ohne zu wissen, was im Hier und Jetzt wirklich gebraucht wird und wie sie ihre (begrenzte) Energie und Zeit am besten einsetzt.

Diese Erkenntnisse zur Wirksamkeit von „backwards design“ sind nicht erst mit der Hattie-Studie ans Tageslicht gekommen. Auf Basis von Schulwirksamkeitsforschung entwarfen Grant Wiggins und Jay McTighe einen solchen „backwards“ Prozess für die Praxis unter dem Namen „Understanding by Design“. Ihr Modell diente als Ausgangspunkt für „rückwärtiges Lerndesign“. (vgl. Wiggins & McTighe, 2005). Die Herangehensweise an die Erstellung eines Lerndesigns ist ein offener, dynamischer Prozess mit unterschiedlichen Einstiegsmöglichkeiten. So können Lehrerinnen und Lehrer von vorhandenen Ressourcen ausgehen, ob Aufgaben, Kriterien, Beurteilungsraster, Bildungsstandards, Lernziele oder Kernideen, um das Produkt Lerndesign zu entwerfen.

Links zu Videos von Wiggins et. al.

Grant Wiggins - Understanding by Design (1 of 2)

https://www.youtube.com/watch?v=4isSHf3SBuQ

Grant Wiggins - Understanding by Design (2 of 2)

https://www.youtube.com/watch?v=vgNODvvsgxM

What is UbD? Grant Wiggins Answers, with Video Cases

https://www.youtube.com/watch?v=WsDgfC3SjhM

ASCD Author Jay McTighe: Greatest Lesson Learned

https://www.youtube.com/watch?v=KUtzbJtS1aY&list=PLgzVKcgQbr-4kQYgCPIVJLJQ_WZZvXYcW