Themenraum Lerndesign

1. Worum geht es?

1.4 Missverständnisse

Irrtum 1: Lehrziele sind Lernziele

  • Lehrziele beschreiben, was die Lehrperson vor hat – s. Unterrichtsplanung.
  • Lernziele beschreiben, was die SuS am Ende erreichen sollen und beurteilt wird.
  • Beispiel Lehrziel: Die SuS werden ein Arbeitsblatt mit Hilfe des Internets ausfüllen.
  • Beispiel Lernziel: Die SuS werden Onlinequellen bei der Recherche eines Sachthemas treffsicher und verantwortungsbewusst  verwenden.

Irrtum 2: Wissen ist Verstehen

  • Wissen meint Informationen, die abrufbar sein sollen.
  • Verstehen meint das Begreifen, damit die Person in der Lage ist, in neuen Situationen (noch wirksamer) zu handeln. (s. Bloom‘sche Taxonomie Neu nach Anderson et al, 2000, für Analyse vom kognitiven Verstehen).
  • Beispiel Wissen: Die SuS können das Formel für Fleächenberechnung abrufen.
  • Beispiel Verstehen: Die SuS deuten eine Situation richtig und wenden Flächenberechnung als Lösungsstrategie an.

Irrtum 3: Kernfragen sind Wissensfragen

  • Wissensfragen prüfen ab, verlangen das Abrufen und sind meist mit richtig oder falsch zu beurteilen.
  • Kernfragen sind offen, leitend und wiederkehrend; sie kommen immer wieder in lebensweltlichen Situationen vor.
  • Beispiel Wissensfrage: Aus welchen Teile des menschlichen Körpers besteht das Bewegungsapparat?
  • Beispiel Kernfrage: Wie geht das (die Bewegung)? Wie ist das möglich?

Irrtum 4: Fertigkeiten sind Kompetenzen

  • Fertigkeiten sind ein Aspekt der Kompetenz; sie sind meist leicht abprüfbar, weil sie auf einem Teil von Handlung eingeschränkt sind.
  • Kompetenz ist das Zusammenspiel von Wissen, Fertigkeiten (Können) und Disposition, damit eine Person wirksam handelt.
  • Beispiel Fertigkeit: Internetrecherche machen.
  • Beispiel Kompetenz: Recherche zum einem Sachthema kritisch und verantwortungsbewusst eigenständig machen.