Themenraum Lerndesign

1. Worum geht es?

1.2 Drei Phasen der Entstehung eines Lerndesigns

1. Phase: Identifikation des "WAS"

In dieser Phase ist die Lehrperson dazu aufgerufen, sich folgende Fragen in Bezug auf das Thema der jeweiligen Unterrichtsphase zu stellen:

  • WAS sollen meine Schüler/innen am Ende wissen, verstehen und tun können?
    In dieser Phase entstehen die mehrdimensionalen Lernziele zum Thema. Kernfragen und Kernideen helfen, diese zu konkretisieren.
  • WAS sollen sie von diesem Thema nach ein, fünf, zehn….. Jahren noch zur Verfügung haben?
    Das langfristige Ziel wird formuliert!

Diese Phase dient auch der Auswahl des Lehrinhalts. In Schulbüchern wird immer wesentlich mehr an Inhalt angeboten, als dem jeweiligen Lehrplan entspricht. Diese erste Phase des Lerndesignprozesses dient auch der Klarheit über die Prioritäten, die die Lehrperson setzen möchte – natürlich abgestimmt auf Lehrplan und Bildungsstandards.

2. Phase: Lernen sichtbar machen

Folgende Fragen helfen in dieser Phase:

  • Wie weiß ich, dass die Schüler/innen die erwünschten Ziele erreicht haben?
  • Wie erkenne ich, dass die Schüler/innen ihr erlerntes Wissen und Können auf neue Situationen anwenden können? – Eine passende Leistungsaufgabe muss erstellt werden.
  • Wie kann ich die Leistung meiner Schüler/innen konsistent beurteilen? – Ein Beurteilungsraster, konsistent zu den davor festgelegten Zielen und Kriterien, wird erstellt.

3. Phase: Umsetzung im Unterricht

Erst an dieser Stelle stehen Überlegungen zur konkreten Umsetzung im Unterricht.
Hilfreiche Fragen dazu:

  •  Wie helfe ich meinen Schülerinnen und Schülern, die gesteckten Ziele zu erreichen?
  •  Wie differenziere ich?
  •  Welche Lernaufgaben stelle ich den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung?
  •  Wie gebe ich Rückmeldung am Lernweg?........

Wegweisend für die Gestaltung kann folgender Pfad sein. (WEG FREI)

Wo(hin): Was haben die Lernenden bisher erreicht? Wo stehen sie jetzt? Wie verdeutliche ich die Ziele?

Einstieg: Wie wecke ich Neugier und Interesse am Beginn? Was ist der Anlass oder das Anliegen?

Geschehnisse: Was geschieht, damit die Lernenden das Wesentliche entdecken und erleben? Wie rüste ich sie mit den notwendigen Kompetenzen und dem Wissen aus? Welche Lernerlebnisse und Handlungen sind wichtig?

Fördern & Fordern: Wie rege ich Auseinandersetzung mit dem Thema an? Wie fördere und fordere ich sie beim Lernen, Üben, Bearbeiten?

Reflexion: Wie helfe ich ihnen, ihre Lernfortschritte und Lernergebnisse kontinuierlich, sich selbst und anderen, zu demonstrieren, beweisen und evaluieren?

Engagement: Wie kann ich den Lernenden helfen, einen persönlichen Zugang zum Lernthema zu finden, damit alle optimal engagiert und leistungsfähig sind?

Implementierung: Welche Differenzen soll ich berücksichtigen? Was und wie kann ich wirkungsvoll differenzieren? Wie organisiere und ordne ich die Lernaufgaben, damit alle optimal lernen? (Inputs zum Thema Differenzierung finden Sie im Themenraum Flexible Differenzierung)

Die drei Phasen der Entstehung eines Lerndesigns