Themenraum Lerndesign

4 Unterschiedliche Werkzeuge

4.3 Vom Thema zum Lerndesign

In diesem und den folgenden Kapiteln finden Sie Möglichkeiten des Einstiegs in die Lerndesignarbeit. Hier geht man von einem bestimmten Thema aus, im nächsten Kapitel von bereits vorhandenen Lernzielen zu einem Thema, danach von einer bereits bestehenden Aufgabe. 

Wenn Sie Schritt für Schritt die Fragen durchgehen, werden Sie durch den gesamten Entstehnungsprozess eines Lerndesings geführt. Verweise auf Formulare oder Raster sind zur leichteren Erreichbarkeit direkt verlinkt. 

Wählen Sie ein Thema aus, das bald in Ihrem Unterricht ansteht.

  1. Machen Sie ein Brainstorming und halten Sie folgende Informationen fest:
    • Worum geht es? Welche „großen Ideen“ gehören dazu?
    • Welche offenen Fragen führen zur Erkenntnis? Zu den großen Ideen?
    • Wozu das Thema? Was ist der Sinn der Sache? In welchem Lebenszusammenhang steht das Thema? Welche Forschungshaltung wird beansprucht, um Erkenntnis zu erlangen?
    • Was ist der Bezug zu Bildungsstandards?
    • Welche Kompetenz wird mit diesem Thema verknüpft? Was sollen die Schüler und Schülerinnen am Ende in der Lage sein, zu tun? In welchem Lebenszusammenhang könnten sie diese Kompetenz brauchen?
    • Welchen Bildungswert hat das Thema?
  2. Arbeiten Sie mit dem Lerndesignformular. Formulieren Sie bis zu drei Kernideen in vollständigen Sätzen, die dem Thema zugrunde liegen.
    MaxerlBalken
    Tipp
    Oft sind die wesentlichen Ideen versteckt, weil Sie selbst Expertise haben und die Kernideen als selbstverständlich wahrnehmen! Im Zeitalter der Stofforientierung war oft Kenntnis statt Kompetenz am Prüfstand und die Kernideen wurden bewusst nicht preisgegeben. Im Zeitalter der Kompetenzorientierung hat sich diese Spielregel radikal geändert.
    Balken
  3. Formulieren Sie bis zu drei Kernfragen, die zu den Kernideen führen.
    MaxerlBalken
    Tipp
    Gute Kernfragen sind offen; sie fragen nicht leicht überprüfbares Wissen ab!
    Balken
  4. Verwenden Sie die Kernidee/n, um Verstehensziele zu formulieren. „Die Schülerinnen und Schüler werden verstehen, dass ….“ Achten Sie darauf, dass die Ideen vollständig formuliert sind.
  5. Welches Wissen brauchen die Schülerinnen und Schüler, um zu handeln? Welche Begriffe, Formeln und Informationen sind essentiell? Welches Vorwissen nehmen Sie an bzw. setzen Sie voraus? Formulieren Sie zu diesen Überlegungen Wissensziele!
  6. Welche Fertigkeiten brauchen die Schüler und Schülerinnen, um zu handeln? Formulieren Sie Tun-Können-Ziele. Achten Sie darauf, dass Sie Aktivitäten mit einem Verb präzise beschreiben.
  7. Überprüfen Sie das Zielbild, das durch die Lernziele entsteht. Verwenden Sie dazu den Raster zur Lernzielformulierung. Wird das beschrieben, was Sie am Ende beurteilen wollen? Ist das Zielbild vollständig? Sind die Teilziele gleichermaßen relevant und wichtig? Ist es sprachlich anschlussfähig? Tipp: Oft kommen geplante Unterrichtsaktivitäten in den Lernzielformulierungen vor. Diese sollen durch das zu erzielende Ergebnis ersetzt werden.
  8. Wie kann ich das Zielbild überprüfen? Welche Aufgaben machen das Zielbild sichtbar? Genauere Infos zu diesem Thema finden Sie im Themenraum Aufgabenkultur
  9. Nach welchen Kriterien wird die Qualität beurteilt? Gibt es dazu einen Beurteilungsraster? Wenn nein, wie kann ich die Qualitätsstufen entsprechend der Schulstufe beschreiben? Wie zeigen sich die unterschiedlichen Performanzen, die eigenständig in dieser Schulstufe geleistet werden (Zielbild getroffen, teils getroffen, übertroffen)? Genauere Infos dazu finden Sie im Themenraum Wirksame Beurteilungspraxis