Themenraum Lerndesign

3 Wie setzt man das um?

3.1 Autoreninfo als Unterstützung bei der Erstellung

Während der vergangenen Jahre entstanden zahlreiche, unterschiedlich aussehende Formulare zur Erstellung von Lerndesigns. Was jedoch alle gemeinsam haben, sind die Basiselemente. An diesen orientiert sich auch das Einreichformular für Lerndesigns, das auf der Website www.lerndesigns.at (https://www.lerndesigns.at/einreichen-und-autorinnen-info/), zum Download verfügbar ist.

In jedem einzelnen Abschnitt des Formulars finden sich noch einmal Schritt für Schritt Erläuterungen, die bei der Erstellung eines LDs helfen sollen.

Titel Dieser kann einerseits schlicht das Thema des Lerndesigns (M: Rechnen mit Dezimalzahlen, GSP: Jungsteinzeit) enthalten, andererseits besteht hier auch die Möglichkeit, Kreativität walten zu lassen. (GWK: Vorsicht Lawine!, PH/CH: Ich seh‘, ich seh‘ (was du nicht siehst) … und kann es erklären)
Gegenstand/Schulstufe Das Lerndesign kann, muss sich aber nicht, auf einen einzigen Gegenstand bzw. eine Schulstufe beschränken. Es darf hier sowohl schulstufen- als auch fächerübergreifend gedacht werden.
Bezug zum Fachlehrplan Das Zielbild ist im Einklang mit den BiSt bzw. dem Kompetenzmodell NaWi, in Informatik mit dem Kompetenzmodell digi.komp und dem Lehrplan der jeweiligen Schulstufe.

Die angegeben BiSt und der Lehrplanbezug sind für das Lerndesign von relevantem Zusammenhang. („Weniger ist mehr“)

Bezug zu BiSt
Autor/inn/en
Email
LERNZIELE

LANGFRISTIGES ZIEL

WigginsDie Schülerinnen und Schüler werden …, damit sie auf lange Sicht in der Lage sind, eigenständig ….

Was ist der Wert dieses Lerninhalts für die Schüler/innen in Zukunft?

KERNIDEE

KERNFRAGEN

Das Lerndesign lässt sich aus der angegeben Kernidee sinnvoll ableiten. Diese spiegelt sich in den Verstehenszielen wider. D.h. die Verstehensziele sind eine Folgerung/Ableitung aus der Kernidee. Kernideen
  • beschreiben das „große Ziel“ – die Kompetenz – und schafft so Lebensbezug für die Lernenden.
  • … geben Orientierung dafür, was verstanden werden soll, um kompetent handeln zu können.
  • … definieren was die Schüler/innen unbedingt begreifen müssen, um eigenständig handeln zu können.
  • … werden in ganzen Sätzen formuliert
Fächerübergreifende Kernideen
  • Ein Ganzes besteht aus Teilen.
  • Ein System besteht aus Teilen, die sich beeinflussen.
  • Form folgt Funktion.
  • (Thema) schafft Beziehung/ist Kommunikationsmittel.
  • (Thema) vermittelt / wirkt.
  • (Thema) hat eine eigene Logik / hat eigene Spielregeln.
Fachspezifische Kernideen
  • Kunst: Visuelle Wahrnehmung wurde durch haptische, akustische und andere Sinneseindrücke unterstützt und wesentlich mitbestimmt.
  • Naturwissenschaften: Menschen sind von der Natur und Umwelt abhängig.
  • Deutsch: Sprache ist Grundlage von Beziehungen.
  • Fremdsprache: Sprache ist Kommunikationsmittel.
  • Geschichte: Es gibt verschiedene Fragen an die Vergangenheit und verschiedene Perspektiven über historische Ereignisse.
  • Mathematik: Mathematische Modellbildung gibt es in allen Lebensbereichen.
  • sind offen und wiederkehrend.
  • sind sinnstiftend und leiten zum Kompetenzziel hin.
  • sind nicht leicht überprüfbare Wissensfragen bzw. nicht mit Wissensantworten erklärbar:
  • Was sind die Wortarten? = Wissen
  • Wie wirkt sich das aus? = Kernfrage
Häufig vorkommende Kernfragen
  • Wie wirkt sich das aus?
  • Welches Muster erkenne ich?
  • Wie funktioniert das?
  • Was sind die Spielregeln?
  • Was sind die Gefahren?
  • Wie zeigt sich das?/Wie fühlt sich das an?
  • Was fehlt?/Wieso so (und nicht so)?
  • Was ist fair?/Was ist wahr?
Beispiel Volksschule

VERSTEHEN

Die Lernenden werden verstehen, dass:
  • Verstehen ist ein Kontinuum (=es wächst mit der Zeit) und ist lebenslang relevant
  • Antworten auf Verstehensziele können nicht aufgezählt werden (Wie-Fragen)
  • und können nicht in richtig oder falsch kategorisiert werden.

WISSEN

Die Lernenden werden als Wissen zur Verfügung haben:
  • Wissen ist schwarz-weiß, richtig-falsch, …
Aufzählungen von: Zahlen, Formeln, Fakten, Begriffe, Wissen um Kriterien (für Textsorten u. ä.), Textsorten, Vokabel/Phrasen, Grammatikpunkte

TUN KÖNNEN

Die Lernenden werden können:

  • Tun können ist sichtbar & demonstrierbar, meist fachspezifisch
  • erwartete, eigenständige, (langfristige) Fähigkeiten (keine Aktivitäten, keine Methoden)
  • „Tun können“ ist die Übersetzung aus dem englischen Original für „be able to“. Besser verständlich wird dies, wenn man als Übersetzung „handlungsfähig sein“ denkt.
Tun können Gegenüberstellung

AUFGABE (N)

Komplexität der Aufgabe Kohärenz/Relevanz der Aufgaben

Die Aufgaben sind im Einklang mit den Lernzielen. D. h. es wird von den Schülerinnen und Schülern das be-/erarbeitet, was in den Lernzielen formuliert ist - und nicht darüber hinaus.

BEURTEILUNGSKRITERIEN:

Am Ende der Aufgabe werden die Kriterien genannt nach der die Leistung gemessen werden. (=> Beurteilungsraster) Klarheit/Transparenz: Beurteilungskriterien sind transparent und für alle (Lehrpersonen/Schülerinnen und Schüler/Eltern…) nachvollziehbar.

RASTER

Zielbild übertroffen

Kriterienorientierung:

In diesen drei Qualitätsstufen sind die Kriterien klar formuliert. Die erwartete Eigenständigkeit wird hier sichtbar.

In den Formulierungen werden Personalisierungen (z.B. „Du kannst…“) vermieden.

Zielbild getroffen
Zielbild teils getroffen
mit Hilfe beginnend Mit Hilfe teils im Zielbild – Hier bitte nur prototypische und pädagogisch sinnvolle Hilfestellungen angeben! Keinesfalls Ausformulierungen der Kriterien vornehmen!