Themenraum Lerndesign

2 Warum ist das relevant?

2.1 Rechtslage

Lehrplan

Der Lehrplan der Volksschule ist ein Rahmenlehrplan. Hier ist eine besonders intensive Auseinandersetzung der Lehrerin bzw. des Lehrers mit der Wahl der konkreten Inhalte gefordert.

Der Lehrplan der Sekundarstufe 1 sieht vor, dass die Konkretisierung und Realisierung der Vorgaben des Lehrplans standortbezogen erfolgt. Die Fachlehrpläne definieren den Kernbereich. Im Rahmen des Erweiterungsbereichs hat jede Schule den Freiraum, schulspezifische Schwerpunkte mit diesem Kernbereich in Verbindung zu setzen. „Erweiterungsbereich“ meint daher nicht mehr für manche, sondern alles für alle, allerdings zu einem Drittel kann dieses „alles“ standortbezogen gestaltet werden. Deswegen ist jede Schule „anders anders“ und auch der Fachunterricht unterscheidet sich je nach Schulprofil darin, was wie thematisiert wird.

Nach dem Prinzip „vom Ende her“ sieht der NMS-Lehrplan sogar ausdrücklich vor, dass deduktiv von den Lernzielen ausgehend Inhalte, Aufgaben und Prozesse zur Lernzielerreichung sowie Kriterien für die Leistungsfeststellung vorzubereiten sind. Jede Lehrperson bzw. jedes Fachteam ist für die Konkretisierung und inhaltliche Entwicklung des Unterrichts verantwortlich. Explizit erwähnt ist das Lerndesign als erwünschte Herangehensweise an den Unterricht also nur in diesem Lehrplan. Folgt man den Forschungserkenntnissen von Hattie u.a. erschließt sich diese Notwendigkeit für jeglichen Unterricht, unabhängig von der jeweiligen Institution.

Bildungsstandards

 Bildungsstandards legen aus Sicht der Schüler/innen konkret formulierte Lernergebnisse in Form von Könnensbeschreibungen (sogenannte „CanDoStatements“) fest, die aus den Lehrplänen der Schularten und Schulstufen abgeleitet wurden. Wie „Gesetze, Verordnungen und Lehrpläne, die vorgeben, wie Schule zu gestalten ist“, gewährleisten Bildungsstandards nichts anderes als „eine gewisse Einheitlichkeit der Bedingungen, unter denen Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden“ (Herzog, 2013, S. 12). In Österreich zielen Bildungsstandards seit ihrer Einführung 2008/09 auf eine Veränderung der Unterrichts- und Schulpraxis durch Kompetenzorientierung ab.

https://www.bifie.at/bildungsstandards-und-kompetenzorientierter-unterricht/

Dem Konzept der österreichischen Bildungsstandards ist die Kompetenzorientierung vorgelagert, womit ein besonderer Schwerpunkt auf dem Erwerb grundlegender fachlicher Kompetenzen als Voraussetzung nachhaltigen und lebenslangen Lernens liegt. Ein gut verankertes Modell, das klärt, was Kompetenz bedeutet, ist Grundbedingung dafür, dass das Prinzip der Kompetenzorientierung im Unterricht handlungsleitend wird.

https://www.bifie.at/kompetenzmodelle-und-bildungsstandards/