Themen dieses Kurses

  • Team & Kontakt

    Christoph

    Christoph Hofbauer

    Leitung

    christoph.hofbauer@zls-nmseb.at

     

    Dietmar

    Helga

    Ruth

          Christina

    Dietmar Bickel

    dietmar.bickel@zls-nmseb.at

    Helga Diendorfer

    helga.diendorfer@zls-nmseb.at

     

    Ruth Dornhofer-Lang

    ruth.dornhofer@zls-nmseb.at

    Christina Frotschnig

    christina.frotschnig@zls-nmseb.at

     

    Elke

    Christoph

    Grete

    Michaela

    Elke Hasler

    elke.hasler@zls-nmseb.at

    Christoph Inger

    christoph.inger@zls-nmseb.at

     

    Margarete Kranawetter

    margarete.kranawetter@zls-nmseb.at

    Michaela Mayer

    michaela.mayer@zls-nmseb.at

     

     

    Livia

    Robert

    Andreas

    Irene

    Livia Rößler

    livia.roessler@zls-nmseb.at

     

    Robert Schrenk

    robert.schrenk@zls-nmseb.at

     

    Andreas Schubert

    andreas.schubert@zls-nmseb.at

     

    Irene Treitner

    office@zls-nmseb.at

     

  • Was ist eine lernende Schule?

    „Eine lernende Schule ist eine lebendige Schule“ (Schratz & Westfall-Greiter, 2010, S. 164). Dieses Zukunftsbild steht theoretisch und praktisch im Zentrum der neuen NMS-Entwicklungsbegleitung. Eine Schule, die sich nachhaltig entwickelt, auf lokale Ressourcen aufbaut, das Wohlbefinden aller Beteiligten begünstigt, die Sinne inspiriert und von der schöpferischen Gestaltung lebt, ist im wahrsten Sinne ein Lebensraum. Dabei darf der Interventionscharakter der Schule nicht aus dem Blick geraten; Schule macht etwas mit den Schüler/innen. Sie werden durch Bildungsprozesse unter Umständen von ihrem familiären Umfeld entfremdet und auf sich gestellt, ihre Identität aufzubauen und um ihre Zukunft zu ringen. Aus diesem Grund hebt Mike Rose die Bedeutung von Schulerfahrung hervor: “it is our experience of an institution that determines our attitude toward it, affects what we do with it, the degree to which we integrate it in our lives, into our sense of who we are. We need to pay attention to the experience of going to school” (Rose, 2009, S. 32). 

    Die Frage, die den NMS-EntwicklungsbegleiterInnen am Zentrum für lernende Schulen Orientierung und Anlass immer wieder nachzudenken gibt, ist daher, wie Schüler/innen Schule erfahren, was auf ihnen dort zukommt und wie sie damit umgehen.

    Aus: HOFBAUER, C. & WESTFALL-GREITER, T. (2012): NMS-Entwicklungsbegleitung neu: Bundeszentrum für lernende Schulen. – In:  Erziehung und Unterricht, 162 (9–10).

    Christoph Hofbauer: Schulen als „lernende Organisationen“ zu bezeichnen, ist konzeptionell ziemlich mutig und zugleich ein Paradoxon, da ihre Funktion ja primär darin besteht, dass in ihnen gelernt wird: So fragt Hans-Günter Rolff (in „Entwicklung von Einzelschulen: Viel Praxis, wenig Theorie und kaum Forschung“, 1998) – und mit ihm viele andere – ob Schulen (als besondere soziale Organisationen) tatsächlich lernen können oder die Rede von der „lernenden Schule“ lediglich eine Metapher ist. Der Begriff „lernende Schule“ ist (außerhalb der Schule selbst!) positiv besetzt, beschreibt er doch einen Zustand, der mit veränderten, meist verbesserten organisationalen Wissens- und Fähigkeitsbeständen einhergeht: „neu“, „weiter“, „erleichtert“, „entwickelt“, „angereichert“ sind nur einige der häufig verwendeten Schlüsselbegriffe, wenn es um organisationales Lernen geht. Innerhalb der Schule schaut es dazu nicht so positiv aus: Die wertenden Begriffe oben schaffen eine Differenz zum „Vorher“: Wenn jetzt alles neu und besser wird - war dann vorher alles alt und schlecht? Für mich persönlich ist eine lernende Schule:

    • eine Schule, in der hohe Entwicklungs-/Lernbereitschaft der einzelnen Lehrer/innen gegeben ist, etwa eine hohe Bereitschaft und Kompetenz zu innovativen Prozessen,
    • eine Schule, in der gemeinsam geteilte Ziele und Überzeugungen vorhanden sind,
    • eine Schule, in deren Umfeld positive Bedingungen vorzufinden sind wie erweiterte, autonome Gestaltungsmöglichkeiten und ein vertrauensvolles/partnerschaftliches Verhältnis zur Schulaufsicht,
    • eine Schule, in der Wissen geschaffen wird, das die Handlungsspielräume/Verhaltensmöglichkeiten vergrößert.

    Oder in einem Satz: In einer lernenden Schule verstehen sich alle als Lernende!



    Prinzipien und Indikatoren einer lebendigen lernenden Schule

    (abgeleitet von: Schratz, M. & Westfall-Greiter, T. 2010, Schulqualität sichern und weiterentwickeln. Seelze: Friedrich Verlag, siehe Kapitel 5)

    Nachhaltigkeit hat höchste Priorität.

    • Die Schüler und Schülerinnen erwerben nachhaltige Kompetenzen
    • Die Lehrer und Lehrerinnen erwerben nachhaltige Kompetenzen
    • Die Schulleitung erwirbt nachhaltige Kompetenzen
    • Strukturen und Prozesse sind tragfähig über die Gegenwart hinaus.
    • Innovationen und Änderungen sind langlebig.
    • Erneuerungen sind nicht von bestimmten aktuellen Rahmenbedingungen abhängig.

    Die Schule passt sich an die Umgebung an und baut auf lokale Ressourcen.

    • Die Schule ist fest in der lokalen sozialen Architektur eingebettet.
    • Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse berücksichtigen die lokalen Gegebenheiten.
    • Die Wechselwirkung zwischen Schule und Umgebung ist spürbar.
    • Die Schule öffnet sich dem lokalen Umfeld.
    • Die Schule räumt Platz für die Menschen ein.

    Ergebnisse von Entwicklungsprozessen sind umfeld- und menschenfreundlich und immer nützlich für die Beteiligten.

    • Die Ergebnisse von Entwicklungsprozessen sind umfeld- und menschenfreundlich.
    • Die Ergebnisse von Entwicklungsprozessen sind nützlich für die Beteiligten.
    • Strukturen und Prozessen werden nicht zum Selbstzweck gestaltet.
    • Entwicklung ist nicht Aktionismus, sondern bewusste Gestaltung.
    • Die Schule lebt und belebt.

    Die Schule begünstigt die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten.

    • Der Umgang mit Zeit wirkt positiv auf das leibliche und geistige Wohl.
    • Der Umgang mit Raum wirkt positiv auf das leibliche und geistige Wohl.
    • Der Umgang mit Beziehung wirkt positiv auf das leibliche und geistige Wohl.
    • Jeder/jede findet für sich seinen/ihren Platz und erlebt Zugehörigkeit.
    • Menschen haben Vorrang in der Schule.

    Die Schule besteht aus integrierten Systemen, die Effizienz und Komfort maximieren.

    • Die Teilsysteme an der Schule sind integriert und bilden das Ganze.
    • Die Teilsysteme an der Schule wirken reibungslos und effizient mit- und aufeinander.
    • Zeitliche und energetische Ressourcen werden nicht verschwendet.
    • Das Anliegen der Schule ist allen klar und Energie wird darin investiert.
    • Die Schule ist „in flow“, die Arbeit und Abläufe fließen.
    • Es fühlt sich gut an, an dieser Schule zu sein.

    Die Schule inspiriert die Sinne und lebt von der schöpferischen Gestaltung.

    • Die Schule spricht die Sinne positiv an (Visuelles, Klang, Temperatur, Textur, Geruch).
    • Die Schule spricht die Emotionen positiv an (Aufregung, Komfort, Spannung, Leichtigkeit usw.).
    • Die Schule spricht die Werte und den Intellekt positiv an (Herausforderung, Sinnhaftigkeit, Respekt, Inhaltsreichtum usw.).
    • Die Menschen an der Schule sind in der Lage, schöpferisch tätig zu sein.
    • Die Menschen an der Schule trauen sich, Altes loszulassen und Neues kommen zu lassen.



  • Unserer Entwicklungsansatz

    Unsere Entwicklungsarbeit geht in der Tätigkeit anderer auf!

    Es sind die Professionistinnen und Professionisten in der Schullandschaft, die unsere Arbeit vollziehen. Die Nutzung von Praxiserfahrungen sowie das Miteinbeziehen und die Kommunikation mit möglichst vielen Stakeholdern ist daher für uns von besonderer Bedeutung. Dies wird in der vielfältigen Publikationstätigkeit des ZLS sichtbar: alle Handreichungen, Artikel, Materialiensammlungen, etc. entstehen aus der Praxis für die Praxis. Wir bündeln das Know-That, Know-Why and Know-How, das Wissen, das mit Stakeholder, Kooperationspartner/innen und Schulen generiert wird, und stellen es in unseren Publikationen ür alle zur Verfügung. So fungiert das ZLS als Katalysator, der die Praxiserfahrungen im Spiegel der internationalen Schul- und Schulwirksamkeitsforschung darstellt und einer größeren community of practice zugänglich macht. 

    Auf der Vernetzungsplattform  www.NMSvernetzung.at sind alle Aktivitäten, Publikationen, Videos, Praxiswerkzeuge, etc., die im Rahmen der NMS-Entwicklungsbegleitung entstanden sind, öffentlich zugänglich. Highlights, die über die NMS hinaus für alle relevant sind: